Ton-Feld-Arbeit

Erwachsene

Seit knapp 20 Jahren begleite ich Menschen in der Erwachsenenbildung beim Gestalten mit Ton. Die Faszination des Materials, aber auch die Herausforderung mit den eigenen Händen, im Spüren diesem Stück Ton, eine Gestalt zu entlocken, die einmalig, nur zu mir gehörend, mich ausdrückt, bedeutet Glück. Das Glück drückt sich in der Körpersprache aus, in den strahlenden Augen und dem Lächeln im Gesicht.

Was passiert da eigentlich, habe ich mich gefragt, und das brachte mich zur Arbeit am Tonfeld®.

Die schöpferische, individuelle Tätigkeit am Tonfeld ist räumlich begrenzt, auf einen mit Ton gefüllten Holzkasten, der zum herausfordernden Gegenüber wird. Die Bewegung der eigenen Hände lässt sichtbar werden, was uns innerlich bewegt. Wie in einem Spiegel wird die Kostbarkeit des Lebens, die Beziehungsgeschichte eines Einzelnen sichtbar. In der Bewegung finden wir uns mit unseren Wünschen, Ängsten, Freuden und Verhinderungen wieder. Erst durch unser eigenes Verstehen im Umgang mit dem Material verstehen wir den Anderen, verstehen wir die Welt. Das bietet uns Beziehungsentfaltung, die Möglichkeit in Freiheit Neues zu erproben, solange, bis wir die Bewegung der Hände in unserem Körper aufgenommen haben, sie stimmig spüren und bejahen können. Der Prozess der Gestaltbildung ermöglicht Altes abzulegen, Verhinderndem neu zu begegnen, Ängste zu bewältigen und den Alltag zu begreifen.

Die handlungsorientierte „Arbeit am Tonfeld®“ wird bei Erwachsenen mit geschlossenen Augen durchgeführt. Deshalb braucht er/sie einen beobachtenden geschulten Begleiter, der das momentane phänomenologische Geschehen am Tonfeld wahrnimmt, Bewegungen der Arbeit erkennt und diese verbal unterstützt. Mit gezielter Ansprache wird der Arbeitende zum Handeln ermutigt. Durch die Anwesenheit des Begleiters wird er gestärkt und während des Prozesses stabilisiert.

Nach der Tonfeldstunde wird die Arbeit vom Begleiter zusammengefasst und der Prozessverlauf mit wenigen Worten skizziert. Sichtbare Handlungsstränge oder entstandene Gestalten, Symbole oder Bilder, werden wertfrei benannt. Die durchlebte leibliche Erfahrung des Tuns und des Nehmens wird bestätigt, so dass Stauungen, in welcher Form sie sich auch ausdrücken, Stück um Stück wieder in Fluss kommen können.

Egal, ob offensiv oder defensiv am Tonfeld gearbeitet wird, meist entsteht Erstaunliches:
Die Sinne werden geweckt,
die Kreativität aktiviert,
das Vertrauen und die Liebe zu sich selbst entdeckt,
der Mut sich selbst zu entwickeln, wird in die eigene Hand genommen.

 

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