Ton-Feld-Arbeit

Rückblick einer Mutter zur Wirkung der „Arbeit am Tonfeld“

S. fiel immer wieder in der Schule durch „Herumhampeln“ und „Unruhe“ auf, und es wurde recht schnell von einem hyperaktiven Kind gesprochen. Ab der dritten Klasse folgten mehrere Besuche bei einer Kinderpsychologin, die mit S. unendlich viele Tests machte. Der Verdacht aber, einer psychischen Manifestation hat sich Gott sei Dank nicht bestätigt. Lediglich wurde uns eine Legasthenie bescheinigt. S. war also weiterhin auffällig und wurde dafür in der Schule durch Ausgrenzung bestraft. Z.B führte dies dazu,

dass mein Sohn in seiner gesamten Grundschulzeit nur zweimal auf einen Kindergeburtstag eingeladen wurde. Wer will schon mit einem Kind spielen, was ständig Ärger macht. Wir als Eltern waren wirklich sehr verzweifelt. Als unser Sohn auf dem Weg zur Psychologin einmal fragte, wie viele Tests er denn noch machen müsse, bis wir alle wüssten, dass er blöd sei, war ich sehr betroffen. Jede Mutter kann sich sicher vorstellen, wie ich mich in diesem Moment fühlte. Das war der Punkt, an dem ich beschloss, die Besuche bei einer Psychologin sofort zu beenden.
Nach vielen weiteren Gesprächen mit den Lehrerinnen und einer sehr aufschlussreichen Mutter-Kind-Kur haben wir vom Tonfeld gehört und ihn zu Frau Görmann ans Tonfeld geschickt. Frau Görmann sagte uns einen Termin zu, gab aber zu bedenken, dass die „Chemie“ zwischen ihr und unserem Sohn stimmen müsse, um zusammen arbeiten zu können.
Diese Bedenken wurden gleich beim ersten Treffen aus der Welt geschafft – S. war sehr schnell der Meinung, dass Frau Görmann die einzig Erwachsene wäre, die ihn verstehen würde. Uns fiel ein Stein vom Herzen.
Am Anfang ging S. zweimal pro Woche ans Tonfeld, dann nur noch einmal, später nur noch alle 2 Wochen und dann nur, wenn er selbst Bedarf äußerte. Durch Elternabende hielt uns Frau Görmann stets auf dem Stand der aktuellen Entwicklungsschritte. Wir selbst merkten aber auch sehr deutlich wie sich S. nach und nach positiv veränderte. Er erzählte am Anfang oft, dass er sich fühle, als wäre noch ein Kind in ihm, was ihn veranlasse, Blödsinn zu machen und er sich dann über sich selbst ärgerte. Diese unkontrollierte Wut über sich selber konnte S. im Tonfeld sehr gut verarbeiten. Er wirkte nach jeder Stunde ausgeglichen, aber auch sehr müde. Sein stark angeknackstes Selbstbewusstsein wurde mit jedem weiteren Besuch stabiler. In der Schule war er immer noch auffällig, aber sein Verhalten nicht mehr provokant.
Sehr schön fand ich, dass sich Frau Görmann auch um uns als Eltern gekümmert hat. Auch unser Selbstbewusstsein wurde durch ihre Unterstützung geschärft. Beim Schulwechsel von S. habe ich mich direkt in den Elternbeirat wählen lassen, damit ich einen „direkten Gesprächszugang“ zu den Lehrern bekomme konnte. Viel öfter und direkter nach einem provokanten Vorfall von S. konnte ich mit den Lehrern über die Auslösung der Probleme sprechen. Mein Eindruck war, dass das Lehrerkollegium meine Sichtweise ernst nahm, und somit auf die Probleme von S. eingehen konnte.
S. hat in diesem Sommer seinen Hauptschulabschluss gemacht. Ein „wilder Kerl“ ist er geblieben, aber er hat Freundschaften geschlossen und kann sich durchsetzen ohne negativ aufzufallen. Das größte Kompliment, was wir als Eltern beim Schulabschluss erhalten haben (und was ich hier gerne an Frau Görmann weitergeben möchte) ist die Aussage der Klassenlehrerin, die uns zum Abschied sagte, dass wir einen wirklich tollen Jungen haben. S. hat einen Ausbildungsplatz erhalten für den er eigentlich einen Realschulabschluss haben müsste. Ich denke das spricht für sich.
Ich kann allen Eltern nur raten niemals aufzugeben - Frau Görmann tut es bei unseren Kindern mit kontinuierlichen Arbeiten in schwierigen Phasen am Tonfeld auch nicht!